Besucherbergwerk

Mellestollen
Mellestollen

Zur Geschichte des Mellestollens

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Zu den bekanntesten und beliebtesten Ausflugslokalitäten an der Peripherie Saalfelds gehört das Waldhotel Mellestollen. Kaum einer, der den für ein Hotel ungewöhnlichen Namen hört, macht sich Gedanken über dessen Herkunft. Wenn man vermutet, „Stollen“ habe etwas mit Bergbau zu tun, dann ist man allerdings schon auf der richtigen Spur. Wo einst Steigerbüro, Werkstatt, Wirtschafts- und Umkleideräume der Bergleute waren, finden Sie heute ein Haus „Thüringer Gastlichkeit“ mit guter Hotellerie, internationaler und regionaler Küche. Hier baute die Maxhütte im vorigen Jahrhundert Eisenerz ab.

Joseph Meyer, der weit eher mit Meyers Lexikon als mit Stahlwerken in Verbindung gebracht wird, hatte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts die Verhüttungsmöglichkeit des am Eisenberg bei Unterwirbach anstehenden Erzes zusammen mit dem Eisenstein des Könitz-Kamsdorfer Reviers nachgewiesen. Die 1871 gegründete Maximilianshütte, deren Betrieb im Jahr darauf einsetzte, hatte natürlich großen Bedarf an Eisenerz, weshalb sie den Eisenberg neben anderen Erzfeldern erwarb.

In den Jahren 1907 bis 1912 erfolgten erste Erkundungsarbeiten auch um Wittmannsgereuth, die 1930 und vor allem nach 1935 intensiviert wurden. Die Maxhütte war zu jener Zeit, nach den Jahren der wirtschaftlichen Rezession, wieder voll in Betrieb und ein wichtiger Roheisen- und Stahlerzeuger. Zur Grube Wittmannsgereuth gehörten neben dem Revier Mellestollen mit Hopfgarten- und Waldhausstollen, die Reviere Breiter Berg (Breiter-Berg-Stollen) und Südfeld mit Borntal- und Südstollen. Alle drei bekamen 1942 Anschluss an eine Seilbahn zur Maxhütte. 1937 waren bei der Erkundung der Lagerstätte Wittmannsgereuth 53 Arbeiter und am Eisenberg 29 Arbeiter, sowie im Zeitraum 1939/40 118 Bergleute beschäftigt.

Wo heute das Hotel Mellestollen steht, befanden sich Büroräume, Wasch- und Umkleideräume sowie die Werkstatt. Das ehemalige Trafohaus für den Grubenbetrieb ist noch im Gebäudeensemble vorhanden und erkennbar. Der Name geht auf den in den Anfangsjahren dort verantwortlichen Steiger Melle zurück.

Das im Mellestollen untertägig gewonnene Erz wurde über den tiefer gelegenen Hopfgartenstollen per Grubenbahn direkt in die vor dem Mundloch am Hang befindlichen Fallrümpfe der Seilbahn transportiert.

Nach 1945 war die Grube Wittmannsgereuth neben der Grube Schmiedefeld wichtigster Erzlieferant für die Maxhütte Unterwellenborn. Von 1945 (4000 t) stieg die Erzförderung bis 1953 auf 124670 t und blieb dann in dieser Höhe. Damals arbeiteten 177 Personen auf der Grube, zu der seit 1950 auch der Erzabbau am Eisenberg gehörte.

Ende der 1950er Jahre zeichnete sich die Erschöpfung der Lagerstätten ab. 1967 musste der Förderbetrieb endgültig eingestellt werden. Das Gebäude des Mellestollens wurde jetzt als Ferienlager genutzt. Fröhliches Kinderlachen schallte nun durch die Wälder und Berge um das Wittmannsgereuther Tal.

Mit der politischen Wende war dann der Weg für eine Privatisierung frei. Nach zähen Verhandlungen mit der „Treuhand“ durften die Wittmannsgereuther Eheleute Marion und Werner Pröschold das Gebäude 1992 käuflich erwerben. Nach umfangreichen Umbauarbeiten konnte das Haus ein Jahr später sein neues Dasein als modernes familiengeführtes Hotel beginnen. Im Jahre 1997 erfolgte der Beitritt zur Flair-Hotel-Gruppe, die Gastlichkeit, Bequemlichkeit und Wohlfühlen im gesamten Haus mit allen Einrichtungen garantiert.

Nun liegt unser Hotel-Restaurant in herrlicher Waldlage, umringt von Bergen am Rande der Stadt. Wir bieten Kaffeeterrasse, Bier- und Wintergarten, Kaminzimmer, Weinkeller, Grillhütten, Bowlingbahn mit Gastronomie, Saunalandschaft, Tennis- und Abenteuerspielplatz, Streichelzoo und Bergbaupfad Mellestollen mit kleinem Museum & Besucherbergwerk.

Wander-, Städte-, Burgen und Schlössertouren sind bei uns an erster Stelle. Als Tagesgast, Urlauber, Geschäftsreisender oder Gruppe werden Sie sich im Flairhotel Mellestollen wohlfühlen.

Eben "Natur Pur"!